Verbesserungen im Bereich Test & Assessment mit ILIAS 5.0

Mit dem Release von ILIAS 5.0 hat sich nicht nur das Design verändert – auch im Test & Assessment gibt es einige Verbesserungen zu entdecken. Die wichtigsten möchten wir Ihnen kurz vorstellen.

Die Kprim Choice Frage

E-Klausuren sind inzwischen an Hochschulen sehr verbreitet und werden künftig noch wichtiger. Mit ILIAS 5.0 stehen im Test & Assessment nun neue Features zur Verfügung, welche die ohnehin schon umfassenden Möglichkeiten zur Wissensüberprüfung noch erweitern. Neben Erweiterungen bestehender Fragetypen wurde mit der Kprim-Choice-Frage sogar ein für ILIAS komplett neuer Fragentyp implementiert. Die Kprim Choice Frage ist eine spezielle Multiple Choice Frage und zeichnet sich durch folgenden Aufbau aus: Auf eine Frage folgen genau vier Aussagen, für die es jeweils genau zwei Auswahlmöglichkeiten gibt (bspw. richtig/falsch, adäquat/nicht adäquat, zutreffend/nicht zutreffend,…). Nur wenn alle Aussagen richtig bewertet wurden, erhält der Testteilnehmer die volle Punktzahl. Über diesen neuen Fragentypen haben wir hier bereits detailliert berichtet.

Test & Assessment: Die Kprim Choice Frage in ILIAS 5.0

Die Kprim Choice Frage in ILIAS 5.0

Lückentext- und Zuordnungsfrage

Ausgebaut wurden darüber hinaus die Lückentextfrage und die Zuordnungsfrage. In einer Lückentextfrage konnte bislang ausschließlich je Textlücke eine feste Punktzahl vergeben werden. Mit ILIAS 5.0 ist nun eine kombinierte Bewertung mehrerer Lücken möglich. Diese Lückenkombination ist zum Beispiel beim Einsatz von Sprachtests sinnvoll, wenn erst durch die Kombination mehrerer Wörter die richtige Antwort entstehen kann.

Test & Assessment: Lückenkombination in der Lückentextfrage

Lückenkombination in der Lückentextfrage

 

Bei der Zuordnungsfrage wurde eine Erweiterung dahingehend vorgenommen, dass nun eine Wahlmöglichkeit besteht, ob die Zuordnung der Terme zu den Definitionen 1:1 oder n:n erfolgen soll. Das heißt einem Element der Fragenliste kann entweder genau ein Element der Antwortliste oder auch mehrere Elemente zugeordnet werden. Ebenso kann ein Antwortelement aber auch entweder einem oder direkt mehreren Elementen der Frageliste zugeordnet werden. Bisher konnte man die Zuordnung nur 1:1 einstellen, so dass nun neue Einsatzmöglichkeiten für diesen Fragentyp bereitstehen.

Test & Assessment: n:n Zuordnungen bei der Zuordnungsfrage

n:n Zuordnungen bei der Zuordnungsfrage

Möchte man sich bereits erstellte Fragen in der Vorschau anschauen, erschien bisher eine statische Anzeige der Frage. Um nun auch Funktionen wie Feedback oder Antworthinweise besser überprüfen zu können, wurde die statische Vorschau durch eine interaktive Vorschau ersetzt. So hat man in der Vorschau der Fragen ein reales Testszenario vor Augen, in dem alle Funktionen auch tatsächlich ausprobiert werden können.

Vereinfachte Einstellungen für Test & Assessment

Neben der Erweiterung des Test & Assessments um neue Funktionen wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Test-Einstellungen zu verbessern. Die Struktur der Einstellungsmenüs wurde überarbeitet und thematisch gegliedert, so dass einzelne Funktionen nun besser auffindbar sind. Durch an einigen Stellen eingefügte Submenüs werden Abhängigkeiten zwischen einzelnen Optionen besser dargestellt. An einigen Stellen wurden auch neue Einstellungen hinzugefügt. So kann man nun zum Beispiel festlegen, ob nach Anforderung einer Rückmeldung auf eine Antwort im Test die Antwort noch veränderbar sein soll.

Test & Assessment: Bündelung aller Einstellungen zu den direkten Rückmeldungen im Test

Bündelung aller Einstellungen zu den direkten Rückmeldungen im Test

Ein für viele Nutzer spannender Entwicklungsschritt wurde durch Einführung eines Wiedervorlagenmodus vollzogen. In diesem Modus werden den Test-Teilnehmern alle Fragen aus einem fest definierten Fragenpool gestellt. Falsch beantwortete Fragen werden zunächst zurückgestellt und nach Beantwortung aller Fragen erneut gestellt – solange, bis sämtliche Fragen korrekt beantwortet wurden. Der Fragenpool ist dabei direkt an den Test gekoppelt. Werden dem Fragenpool neue Fragen hinzugefügt oder bereits bestehende geändert, werden diese somit direkt im Test aktualisiert. Durch den Wiedervorlagenmodus bietet das Test & Assessment nun eine gute Möglichkeit für Self-Assessment bspw. zwecks Prüfungsvorbereitung innerhalb von ILIAS. Erst wenn alle Fragen korrekt beantwortet werden, ist ein Test im Wiedervorlagemodus vollständig bearbeitet.

Verbesserte Usability

Verbessert wurde ebenso die Usability für die Tutoren und Administratoren bei der Korrektur der Testantworten. Durch eingebaute Anker sind die Fragen in den Testergebnissen nun mit den detaillierten Testergebnissen verlinkt, sodass man vom Titel der Frage direkt an die entsprechende Stelle in den detaillierten Testergebnissen springen kann. Bisher musste man hierzu bis zur gewünschten Frage in der Liste der detaillierten Testergebnisse scrollen, was gerade bei umfangreichen Tests einen enormen Aufwand darstellte.

Test & Assessment: Verlinkte Fragen in den Testergebnissen

Verlinkte Fragen in den Testergebnissen

Vereinfacht wurde darüber hinaus die manuelle Bewertung von Testergebnissen. Bei der manuellen Bewertung werden die Punkte nach dem Testdurchlauf nicht automatisch verteilt, sondern können manuell nachgetragen werden. Die standardisierte Punktevergabe ist deshalb solange „0“, bis die manuelle Bewertung vorgenommen wurde. Für welche Fragen man eine manuelle Punktevergabe durchführen möchte, kann in den Test-Einstellungen festgelegt werden. Diese Fragen erscheinen dann unter dem Punkt „Manuelle Bewertung“ und können dort bewertet werden.  Nach dem Speichern ist die neu bestimmte Punktzahl bei dieser Frage hinterlegt und wird im Testergebnis berücksichtigt. Um zum nächsten Teilnehmer zu gelangen, musste man bisher nach dem Speichern wieder zurück zur Teilnehmerliste und dort den nächsten Teilnehmer auswählen, um auch dessen Bewertung vorzunehmen. Dank der Erweiterung der manuellen Bewertung ist es nun möglich, nach der Bewertung eines Tests über einen „Speichern und weiter“-Button direkt zu den Testergebnissen des nächsten Teilnehmers zu gelangen. Dort kann dann ebenfalls die manuelle Bewertung vorgenommen und wieder zum nächsten Testergebnis gesprungen werden. Dies bedeutet für den einzelnen Tutor eine enorme Zeitersparnis.

Alle Features von ILIAS 5.0 sind auch im Feature Wiki nachzuschlagen.

E-Learning mit ILIAS –Lernen 2.0 bei der DataflipEnergyDrinks AG

Jedes Unternehmen sieht sich individuellen Herausforderungen gegenüber und doch gibt es immer wieder Parallelen. Vielleicht finden auch Sie sich im UseCase der fiktiven DataflipEnergyDrinks AG (DFED AG) wieder…

Die DataflipEnergyDrinks AG ist einer der weltweit führenden Getränkehersteller und beschäftigt weltweit 7000 Mitarbeiter in den Sparten Absatz, Einkauf, F&E, Produktion sowie der Zentrale. Die Weiterbildungsaktivitäten werden von einer unternehmenseigenen Akademie geplant, koordiniert und durchgeführt. Zur Durchführung von Präsenzveranstaltungen reisen interne und externe Dozenten an die verschiedenen Standorte und führen Schulungen durch, ebenso wie im Seminarzentrum der Akademie ein attraktives und gern genutztes Bildungsangebot besteht.
Im Unternehmen reift der Entschluss, Präsenzveranstaltungen künftig durch die Einführung der E-Learning-Plattform ILIAS zu ergänzen. Hierbei stellen sich einige Fragen, die gemeinsam mit dem ILIAS Service Provider DatabayAG beantwortet werden sollen. Aktuell sind nicht alle Verantwortlichen von der Einführung einer Lernplattform überzeugt. Während die IT-Abteilung Bedenken hat, ein weiteres System in die IT-Landschaft zu integrieren, ist der Betriebsrat skeptisch bzgl. der Themen Datenschutz und einer möglichen Verlagerung von Schulungen aus der Arbeitszeit in die Freizeit der Mitarbeiter.

Die Fachabteilungen wiederum bezweifeln, dass die heterogenen Zielgruppen –vom zeitlich sehr angespannten Top-Management über wenig technik-affine Mitarbeiter in der Produktion bis hin zu den Ingenieuren der Forschungsabteilung -sinnvoll und zielgerichtet in einer Plattform angesprochen werden können.
In einem ersten Workshop werden die Stakeholder des Projekts daher an einen Tisch geholt. Der Projektmanager der DatabayAG leitet den Workshop, informiert über Chancen sowie Grenzen von E-Learning und nimmt die Anforderungen auf. Gemeinsam wird die bisherige Weiterbildungspolitik analysiert, über die technischen Voraussetzungen gesprochen sowie die Frage nach der Beschaffung von Inhalten („MakeorBuy?“) für die Plattform gestellt. Im Idealfall werden bereits Zielgruppen für ein Pilotprojekt identifiziert sowie eine Idee für die notwendigen Design-Anpassungen und das Rollen-und Rechtemanagement entwickelt.
In den weiteren Phasen der Implementierung wird das Konzept konkretisiert und die Plattform entsprechend konfiguriert. Nachdem die Mitarbeiter der DFED AG im Umgang mit ILIAS geschult wurden, wird ILIAS dann unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in den Regelbetrieb überführt.

Während sich die IT-Abteilung von den Integrationsmöglichkeiten angenehm überrascht zeigt und bereits überlegt, ob eine Anbindung an den internen Verzeichnisdienst sinnvoll ist oder doch eine CSV-Schnittstelle zur Personalverwaltung genutzt werden soll, erkennen auch weitere Verantwortliche die dank des flexiblen Rollen-und Rechtesystems parallel realisierbaren, vielfältigen Szenarien. Hierzu ist das Lernangebot auf der Plattform sinnvoll zu strukturieren und der Zugriff einzelner Mitarbeiter auf die für sie relevanten Inhalte zu steuern. Die Zuweisung der Mitarbeiter zu den Lerninhalten wird über definierbare Kriterien wie bspw. die Stellenbezeichnung oder die Organisationseinheit eines Mitarbeiters geregelt.
Die Compliance-Beauftragten der DataflipEnergyDrinks AG versprechen sich insbesondere Effizienzgewinne durch E-Learning in der Verwaltung und Durchführung von Pflichtschulungen. Während ausschließlich die Mitarbeiter der Produktion jährlich wiederkehrend Hygieneschulungen absolvieren müssen, sind alle Mitarbeiter des Unternehmens im Datenschutz zu sensibilisieren, das Management soll darüber hinaus die Anti-Korruptions-Leitlinien verinnerlichen.
ILIAS verbessert das Schulungsergebnis von Präsenzveranstaltungen durch die Möglichkeit der Vor-und Nachbereitung und erleichtert durch seine Reporting-Ansichten die Verwaltung der Schulungsnachweise. Ergänzt wird das Reporting durch Einladungs-und Eskalationsmechanismen, über welche Mitarbeiter zu Schulungen eingeladen und an diese erinnert werden können, ggf. unter Eskalation an Vorgesetzte, die dann auf die Einhaltung von Lernverpflichtungen hinwirken können.

Für die Akademie der DFED AG wiederum sind die vielfältigen didaktischen Möglichkeiten von ILIAS besonders interessant. Die Wissensvermittlung mittels selbst erstellter interaktiver SCORM2004-Lernmodule, erworbener Lehrvideos oder Audio-Dateien ist die perfekte Ergänzung zum Präsenzlernen und verringert die Einstiegshürden für Mitarbeiter, das Angebot der Akademie wahrzunehmen.
Gerade die Zielgruppe der Auszubildenden und Trainees, die untereinander eng vernetzt und intensiv betreut werden sollen, profitieren von ILIAS. Hierfür könnten auf der Plattform Kurse angelegt werden, in denen diverse Kommunikationstools genutzt werden. Über Chat, Forum und internes Mailsystem können sich die Trainees untereinander und mit den Tutoren zeitlich synchron wie asynchron austauschen. Die Bereitstellung diverser Informationen über den Ausbildungsverlauf durch PDFs, Word-Vorlagen und Grafiken komplettieren das Angebot. Durch die Nutzung eines Wikis wird darüber hinaus ihr Wissen für spätere Trainee-Generationen dauerhaft gesichert.
Die Lernenden im Top-Management sind begeistert, unabhängig von Zeit und Ort individuell passend zu ihrem Zeitplan lernen zu können, um so mit gutem Beispiel vorangehen zu können.
Durch die Beratung und technische Expertise der Databay AG kann die Einführung von ILIAS in wenigen Monaten durchgeführt werden, so dass die DataflipEnergyDrinks AG die wichtige Aufgabe „Bildung“ künftig noch abwechslungsreicher und effizienter umsetzen kann

Umfragen mit ILIAS

Mittels des Umfrage-Tools ist es in ILIAS möglich, Umfragen zu erstellen und auszuwerten. Dies ist hilfreich, um zum Beispiel E-Learning Lehrveranstaltungen an Universitäten oder Fachhochschulen zu evaluieren. So kann die Zufriedenheit der Nutzer gemessen und ein Feedback generiert werden. Ebenso sinnvoll einzusetzen sind Umfragen allerdings auch im Kontext einer Neueinführung von ILIAS in Unternehmen. Ein bewährtes Vorgehen hier ist, zunächst kleinere Zielgruppen im Rahmen eines oder weniger Pilotprojekte über ILIAS mit E-Learning beginnen zu lassen. Über eine Umfrage können dann die Erfahrungen dieser Nutzergruppen gesammelt und ausgewertet werden. Auf Basis dieser Rückmeldung kann dann vor dem unternehmensweiten Roll-out das Konzept adaptiert werden. Hierdurch werden unnötige Kosten vermieden und Stolpersteine für eine erfolgreiche Implementierung von ILIAS aus dem Weg geräumt.
Die Erstellung von Umfragen in ILIAS ist denkbar einfach. Die einzelnen Fragen einer Umfrage werden wie bei ILIAS-Tests separat in einem Fragenpool erstellt. Dadurch können Fragen standardisiert und mehrfach wiederverwendet werden, wie es im Bereich der Evaluation universitärer Lehrveranstaltungen wünschenswert ist. Die eigentliche Umfrage wird dann an die gewünschte Stelle im ILIAS-Magazin gelegt, bspw. in einen Kurs, oder auch durch einen Zugangsschlüssel gesichert in den öffentlichen Bereich. Die Fragen werden dann aus dem Fragenpool gezogen. Dabei stehen unterschiedliche Fragetypen zur Verfügung:

Matrix-Fragen

Mit diesem Fragetyp können Aussagen zu mehreren Aspekten bzw. Kriterien abgefragt werden. Dies eignet sich vor allem, um Bewertungen zu verschiedenen Aspekten zu erhalten. Hierfür ein Beispiel:
Beispiel für eine Matrix-Frage in Umfragen

In den Zeilen werden die Aspekte genannt, mittels Radio-Buttons oder Checkboxen können dann die entsprechenden Bewertungsstufen in den Spalten gewählt werden. Die Bewertungsstufen können frei gewählt werden (Likert-Skala etc.), bei Bedarf ist auch die Gegenüberstellung von Polen möglich. Mittels Spalten- und Zeilentrenner können die Fragen optisch ansprechend gestaltet werden. Falls die Bewertungsstufen häufiger genutzt werden, können diese als Phrasen abgespeichert und wiederverwendet werden. ILIAS bietet bereits einige Standard-Phrasen wie „Einverstanden, unentschlossen, nicht einverstanden“ oder „Sehr gut, gut, angemessen, dürftig, inakzeptabel“. Über den Button „Neue Phrase erstellen“ können eigene Phrasen erstellt und gespeichert werden. Bei Bedarf kann auch eine Antwort für die neutrale Spalte erstellt werden. Die selbst angelegten Phrasen können jederzeit neben den Standard-Phrasen von ILIAS in allen verfügbaren Fragenpools genutzt werden.

Metrische Fragen

Hiermit können  Zahlenwerte wie z.B. Alter oder Einkommen abgefragt werden. Dabei kann ein Minimal-/Maximalwert festgelegt sowie die gewünschte Skala (Intervallskala, verhältnisskaliert oder absolutskaliert) gewählt werden.

Multiple Choice Fragen

Bei diesem Fragetyp kann eine Frage durch die Auswahl von einer oder mehreren Aussagen beantwortet werden. Dies ist insbesondere geeignet, wenn die Befragten mehrere Antworten zu einer Frage abgeben dürfen.

Single Choice Fragen

Bei diesem Fragetyp kann eine Frage durch die Auswahl von genau einer Aussage beantwortet werden. und wird eingesetzt, wenn die Befragten genau eine Antwort zu einer Frage abgeben sollen (z.B. bei Entweder-Oder-Entscheidungen).

Textfragen

Hiermit können Fragen im Freitext beantwortet werden. Dies eignet sich vor allem, um den Benutzern die Möglichkeit einer ausführlichen Kritik zu geben oder Anregungen zur Verbesserung einer Lehrveranstaltung zu erhalten.

Sind die Fragen in die Umfrage eingestellt, kann die Umfrage den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. So kann  die Umfrage bspw. auch anonym durch die Teilnehmer ausgefüllt werden. Auf Wunsch können direkt aus ILIAS heraus Einladungen zu Umfragen per Email verschickt werden. Durch die Möglichkeit, die Ansicht für bestimmte Teilnehmer freizuschalten und die Rechte genau zu verwalten, hat man die Kontrolle über die Zugriffe. Falls man mehrere Fragen zu einem Thema in der Umfrage verwendet, kann man diese zudem zu einem Fragenblock gruppieren. Dann erscheinen diese nicht mehr auf separaten Seiten, sondern werden auf einer Seite untereinander dargestellt. Einen besonderen Vorteil bieten die Umfragen in ILIAS durch die Definition von Vorbedingungen. Ist durch eine Antwort auf eine Frage eine vorher festgelegte Vorbedingung erfüllt, kann eine dazu anschließende Frage angezeigt werden, die bei Nicht-Erfüllen der Vorbedingung verborgen bleiben würde. So kann z.B auf die Frage „Möchten Sie weiterhin über unsere Angebote informiert werden?“ bei der Antwort „Ja“ die Frage folgen „Auf welchem Wege möchten Sie kontaktiert werden?“. Letztere Frage wäre schließlich überflüssig, wenn man die erste mit „Nein“ beantwortet hätte und würde daher in diesem Fall konsequenterweise gar nicht angezeigt.

Auswertung von Umfragen

Die Auswertung von Umfragen kann entweder unter dem Punkt Statistik direkt in ILIAS vorgenommen werden oder nach einem Export der Ergebnisse als Excel- oder CSV-Datei in einer anderen Software. Entscheidet man sich für einen Export in eine Statistik-Software wie z.B. SPSS, kann es sinnvoll sein, für die verschiedenen Fragen vorab Labels festzulegen. Die Labels können bei jedem Fragetyp definiert werden, was die Auswertung erheblich erleichtern kann. Bei einem Export als CSV-Datei können bei Bedarf auch ausschließlich die Labels exportiert werden. Neben der Möglichkeit des Exportierens besteht zudem die Möglichkeit, die Umfrageergebnisse auszudrucken.

Fazit

Das Umfrage-Tool in ILIAS ist eine überaus nützliche und einfache Methode, Umfragen zu generieren. Vorteile sind dabei vor allem die direkte Integration der Umfrage in den gewünschten Kurs, die flexible Gestaltung und die verschiedenen Möglichkeiten zur Auswertung der Ergebnisse. Durch die konsequente Arbeit mit standardisierten Fragen und Phrasen oder auch mit der Unterstützung durch einen Dienstleister kann die Umfrage optimal genutzt werden.

eLearning-System ILIAS mit flexibler Prozessgestaltung

Flexible Prozessgestaltung ist ein allgegenwärtiges Thema im Bereich der Enterprise-Anwendungsentwicklung. Auch in der Entwicklung von Komponenten im eLearning-System ILIAS stellt sich immer wieder die Frage, wie man eine Software baut, die sich einer Vielzahl von Prozessen anpasst, statt ihre eigenen dem Nutzer aufzuzwingen.

Insbesondere in ILIAS, einer Lernplattform die sich ganz besonders dadurch auszeichnet, eine Vielzahl an unterschiedlichen Szenarien zu unterstützen, steht und fällt der Erfolg einer Komponente  mit ihrer Anpassbarkeit und Nutzbarkeit in der Erfüllung von Kundenanforderungen.

Die mit dieser Fragestellung einhergehenden Probleme sind nicht zu unterschätzen. Natürlich ist durch Settings, Einstellungen im klassischen Sinne, eine gewisse Anpassbarkeit gegeben. Damit wird aber nur ermöglicht, einen einzelnen Aktivitätsknoten eines Prozesses zu implementieren. Sobald die Software selber innerhalb des Prozesses aktiv wird, wie z. B. bei Buchungsfreigaben oder auch bei der Begleitung von Lernern über Lerneinheiten und Lernziele hinweg, ist das Konzept Konfiguration schnell am Ende.

Einen Ausweg bietet die Nutzung einer WorkflowEngine. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, nicht das Verhalten von einzelnen Systemkomponenten zu steuern, sondern übergreifend ihre Interaktion.
Die Databay AG bietet eine WorkflowEngine für ILIAS als Plugin an sowie eine wachsende Produktlandschaft von „EngineReady“-Plugins. Selbst komplexe Prozesse in anspruchsvollen Szenarien – z. B. Compliance, Buchungsfreigaben und Bildungscontrolling – werden somit in ILIAS zu einem Bestandteil beliebiger Prozessdefinitionen im Unternehmen. Die Databay WorkflowEngine reagiert auf Ereignisse in der Lernplattform und leitet diese an die laufenden, begleitenden Prozesse weiter. Diese wiederum sind in der Lage, entsprechend des Ereignisses und ihrer Prozessdefinition zu reagieren.
Am Beispiel eines existierenden Prozessmodells „Compliance“ überwacht die WorkflowEngine, wann ein Lerner ein bestimmtes Kursziel erreicht hat, stellt ein entsprechendes Zertifikat aus und erinnert rechtzeitig vor Ablauf des Zertifikats an die Wiederholungsschulung.
„EngineReady“-Plugins unterstützen die WorkflowEngine in der Weise, dass Status und Statusübergänge vollständig flexibel als Konfigurationsoptionen zur Verfügung stehen. Dabei wird sowohl Mehrsprachigkeit für die User als auch die WorkflowEngine als Prozesscontroller gewährleistet.

Plugins für eLearning-Software

Ein großer Vorteil von Open-Source-Software, also mit offenem Quellcode, ist die Möglichkeit einer individuellen und variablen Erweiterung der Anwendungen. So kann auch die Open-Source-eLearning-Umgebung ILIAS im großen Umfang erweitert werden. Zum Beispiel können Plugins hinzugefügt werden, die das Lern-Management-System (LMS) an fast jede Anforderung im eLearning anpassen. Solche e-Learning-Plugins werden auf der Seite ILIASnet vorgestellt. Weiterlesen

Artikel zu E-Learning als Logistik-Problem

In unserem Partner Blog EN BLOC ist ein interessanter Artikel zu einer alternativen Betrachtung von E-Learning-Angeboten – E-Learning als Logistik-Problem – erschienen. Wir empfehlen unseren Lesern diesen kurzen anregenden Text mit dem Titel:

E-Learning als logistische Lösung des Problems des Informationsstroms

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Hier finden Sie weitere Informationen zu unseren E-Learning-Produkten

E-Learning als Revolution des Lernens?

Spiegel-Online schreibt: „Das Internet soll mal wieder alles revolutionieren. Diesmal die Bildung.“1 Auch wenn in dieser Aussage ein gehöriges Maß an Skepsis mitschwingt, zeigt die Tatsache, dass der Spiegel und viele andere große Medien das Thema E-Learning verstärkt aufgreifen, dass sich hier gegenwärtig ein wachsendes Interesse der Öffentlichkeit abzeichnet. Es sieht so aus, dass sowohl potentiellen Anbieter als auch Konsumenten zunehmend auf die Möglichkeiten von E-Learning aufmerksam werden. Online lernen ist in!

Bei dieser Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen des Online-Lernens wird als Pro zumeist die global gute Verfügbarkeit von Lerninhalten genannt. Ein Student in Afrika kann an Harvard-Vorlesungen teilnehmen ohne sein Arbeitszimmer verlassen zu müssen. Auf der Contra-Seite steht dann vor allem die Schwierigkeit, Lernleistungen zu überprüfen. Bei Online-Prüfungen ist die wahre Identität des Prüflings nur schwer zu kontrollieren.

Um diesen negativen Aspekt in den Griff zu bekommen, ist dort, wo eine Überprüfung des Lernerfolges essentiell wichtig ist, wohl nur eine Form des Blended-Learning realistisch. Zumindest Prüfungen müssen in kontrollierbaren Umgebungen abgehalten werden. Abgesehen davon ist es auch fraglich, ob nicht auch einige Lern-Inhalte ein Präsenzlernen unumgänglich machen. Eine umfangreiche Auflistung von Vor- und Nachteilen von E-Learning Ansätzen finden Sie bei Wikipedia.

Unabhängig davon, in welchen Rahmen E-Learning sinnvoll eingesetzt werden kann, und solche Rahmen gibt es fraglos, existieren Plattformen, die sowohl die Organisation, Planung und das Verfügbarmachen der Lerninhalte erleichtern als auch Prüfungen und Zertifizierung der Lernenden soweit sinnvoll ermöglichen. Ein Learning Management System (LMS) dieser Art ist ILIAS.

Mit ILIAS können Verantwortliche für die Lehre unteranderem Inhalte, Kurse, Prüfungen und Schüler verwalten. Die kommerziellen Anbieter von Lerninhalten können hierüber ihr Angebot organisieren und auch komfortable Abrechnungssysteme integrieren. Und den Lernenden stehen global Lern-Angebote zur Verfügung, die Sie nach ihren Möglichkeiten, z. B. Zeit und Vorbildung, planen und nutzen können.

1http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/kostenloses-studium-fuer-alle-moocs-sollen-bildung-demokratisieren-a-899846.html

Linuxbasierter Hochverfügbarkeitscluster für Webanwendungen am Beispiel des LMS ILIAS

In den vergangenen Jahren hat sich eine Vielzahl von Unternehmenssoftware etabliert, die serverbasiert über das Internet betrieben wird. E-Learning-Systeme, Groupware-Lösungen und Dokumenten-Management-Systeme sollen möglichst effizient einer großen Zahl von Mitarbeitern bereitgestellt werden. Je nach Bedeutung der Anwendung für die verwendende Institution ist dabei eine ständige Erreichbarkeit der Anwendung für eine reibungslose Arbeit notwendig.Cluster-Lösung für webbasierte Software

Am Beispiel des Learning Management System ILIAS soll nun eine Hochverfügbarkeits-Cluster-Lösung beschrieben werden, die auch auf andere Webanwendungen wie Content-Management-Systeme, Customer-Relationship-Management-Systeme o.ä. angewendet werden kann.

ILIAS ist ein Open Source Learning Management System, das auf Basis der LAMP-Architektur betrieben wird. In vielen Universitäten, mittelständischen Unternehmen, international agierenden Konzernen oder Weiterbildungsanbietern ist ILIAS hierbei das zentrale Element zur Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle der Lernaktivitäten von Mitarbeitern, Studenten oder Kunden. Für den Lehrbetrieb an Universitäten hat E-Learning eine enorme Bedeutung, ebenso  wie die Verfügbarkeit eines CRM-Systems für eine 40 Mann große Vertriebsabteilung eines Unternehmens grundlegende Voraussetzung für effizientes Arbeiten sein kann.

Durch geschickte Nutzung moderner und innovativer Virtualisierungstechnologie kann die Databay AG Servercluster-Lösungen für die Hochverfügbarkeit solcher Anwendungen bereitstellen.

Der konkrete Aufbau einer solchen Cluster-Lösung sieht wie folgt aus: Zwei vollwertige Hardware-Server werden mit je zwei virtuellen Maschinen, bspw. realisiert mit XEN-Technologie oder KVM, bestückt. Beide Server werden auf Basis einer Linux-Distribution, bspw. Ubuntu LTS, betrieben. Der besondere Charme der von der Databay AG konzipierten Lösung liegt darin, dass nicht nur ein Server für den Fall eines Ausfalls des ersten Servers bereitsteht, sondern im Normalbetrieb die Rechenpower des zweiten Servers ebenfalls genutzt wird. In dieser Lösung werden also Performanz-Verbesserungen und  Hochverfügbarkeit kombiniert. Im Falle des Ausfalls eines Servers ist die Anwendung im Betrieb zwar etwas langsamer, so dass man gegebenenfalls nicht von strikter Hochverfügbarkeit bei Ausfall sprechen kann, jedoch wird so das bestmögliche Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielt, da man den prinizipiell nur als Ersatz anzusehenden zweiten Server konsequent mitnutzt.

Das Bild verdeutlicht die Konstruktion:

Während auf der einen physikalischen Maschine (Server 1) der Webserver als virtuelle Maschine aktiv ist (VMo1 WWW active), ist auf der anderen physikalischen Maschine der Datenbankserver (VM02 MySQL active) aktiv. Diese arbeiten zunächst friedlich gemeinsam mit erhöhter Performanz gegenüber dem aktiven Betrieb von Web- und Datenbankserver auf einer einzigen physikalischen Maschine.

Beide Server kontrollieren dabei per Heartbeat ständig, ob der andere Server noch verfügbar ist. Wird über diesen Mechanismus festgestellt, dass der jeweils andere Server ausgefallen ist, so werden folgende Schritte ausgelöst. Der Hauptspeicher der auf dem laufenden Server aktiven Virtuellen Maschine wird reduziert. Dies kann gegebenenfalls einige Sekunden dauern. Dann wird auf dem ausgefallenen Server die eventuell noch laufende VM gestoppt (STONITH „Shoot the other node in the head“). Die bislang inaktive Virtuelle Maschine auf dem aktiven physikalischen Server wird dann gestartet, so dass die Anwendung unterbrechungsfrei weiterläuft.

Der hier vorgestellte 2-Node-Cluster kann auch zu einem x-Node-Cluster erweitert werden, so dass die Hochverfügbarkeit auch bei Clusterlösungen verwendet werden kann, die eher Performanz-Steigerung zum Ziel haben, wie bspw. der ILIAS-Cluster der Universität zu Köln, über den eine enorme Anzahl Studenten lernt.

Zusammenfassung  

  • Das E-Learning-System wird hochverfügbar bereitgestellt
  • ILIAS wird mit dem der verbesserten Performanz eines 2-Node-Clusters.

Bei Ausfall einer physikalischen Maschine wird ILIAS immer noch auf einem dedizierten Server betrieben, der bei entsprechender Hardware-Dimensionierung den Betrieb vollwertig übernimmt. Bei hoher Auslastung ist das Hosting des LMS dann zwar ggf. etwas langsamer, aber stabil. Dies scheint aber verschmerzbar, da es sich ja in dieser Betriebsphase um eine Art „Notstrom-Aggregat“, das möglichst schnell wieder in einen Cluster-Betrieb zu überführen ist.